Erinnerungen von Josef Döttlinger, geb. 1933

Ich, Josef besuchte mit meinen zwei Brüdern Hans und Sima während des Zweiten Weltkriegs die VS Jodler im Winkl. Von unserem kleinen Bauernhof führte ein etwa 40 minütiger Weg zur Schule. Auf halber Strecke wurden wir dann mehr Kinder, die das gleiche Ziel hatten. Ja, da ging es auch ziemlich rund auf unserer kleinen Reise. Beim Schmied kamen immer noch drei Kinder dazu, die wir als Streich gerne mal bis nach Hause oder bis zur Schule verfolgten, weil es immer wieder zu kleinen Streitereien kam. Es führte sogar soweit, dass unsere Eltern (also die meinen und die Eltern der drei Kinder) den Streit in der Schule mit dem Direktor schlichten mussten.

In der Schule wurde dann den Lehrern genauestens gefolgt, wenn einer einmal die Aufgabe vergessen hatte, kam es nicht selten dazu, dass dieser einmal ein Weilchen länger in der Schule bleiben musste oder gar eins mit dem Batzenstock auf die Finger bekam.

Da ich genau in den Kriegsjahren in die Schule ging, wurde auch öfters Fliegeralarm gegeben, wir wussten zwar, es ist ernst, es ist Krieg, aber für uns war das ein freier Tag mehr und wir sind gleich nach Hause gegangen. Einmal hat der Schultag nur eine Stunde gedauert bis es zum Alarm kam.

Der Heimweg führte über Bruggbach, dort hat uns die Altbäuerin immer ein Zuckerstückerl geben wollen, aber dieses zog sie immer aus der Kitteltasche, und die hatten so gar keine gute Farbe mehr gehabt. Weil's uns ein bisschen gegraust hat, haben wir diese Zuckerl immer in den Bach geschmissen, aber nein sagen konnten wir auch nicht.

Zu Hause angelangt - Pause machen, wie jemand heute auf der Stubenbank, hat es eher selten gegeben. Etwas gab's immer zum Werken, entweder dem Kühen Heu einfüttern, oder im Sommer die Tiere auf die Ötz treiben. Weil wir immer genug Arbeit hatten, ist auch das Lernen für die Schule bei Tests, Schularbeiten eigentlich nicht so wichtig gewesen, das wird heute mit Sicherheit strenger benotet.