Erster Olympionike Tirols stammt aus dem Winkl

von OSR Hans Wirtenberger (Kitzbüheler Anzeiger 5/2012, gekürzt)

Der erste Olympionike aus dem Bezirk und überhaupt aus Tirol war Josef Höllensteiner aus dem Winkl in St. Johann in Tirol, einer der frühesten einheimischen Skifahrer, der zwölf Jahre vor den ersten Winterspielen als bester Radrennfahrer seiner Zeit zu einem Straßenrennen über 320 km nach Stockholm entsandt wurde.

Hellensteiner kam am 26. Oktober 1889 im Südtiroler Ahrntal zur Welt, wurde von den Schwestern Trixl, die den kleinen Hof Wiesenstall im Winkl bewirtschaftete, adoptiert.

An der Kleinschule Jodler unterrichtete um die Wende zum 20. Jahrhundert der sportliche Lehrer Johann Siber, durch den der Bauernbub zum Skisport kam. Ab 1910 bestritt Hellensteiner Skirennen, bald war er in Schliersee als Skiinstruktor tätig.

Hellensteiner wandte sich vom Skirennsport vorübergehend ab und beteiligte sich an den damals ungewöhnlich langen Radrennen. 1912 wurde er nach gewonnener Ausscheidung zu den olympischen Spielen nach Stockholm geschickt. Beim Rennen über die mörderische Distanz von 320 km lief es nicht nach Wunsch, in einer Zeit von knapp 12 Stunden wurden Hellensteiner nur 45.

Im Radrennsport erzielte er auch nach dem 1. Weltkrieg noch große Erfolge, seinen fixen Platz in der Sportgeschichte hat er allerdings als Skipädagoge. Er arbeitete mit dem Skischulpionier Hannes Schneider vom Arlberg zursammen und begründete 1924 die "erste Arlbergschule Kitzbühel", in der er bis ca. 1970 aktiv war.

Sepp Hellensteiner verstarb 1980 in St. Johann